Zuletzt aktualisiert: April 2026
Diese Frage bekomme ich in jedem Erstgespräch. Manchmal als erstes, manchmal am Ende, manchmal zwischen zwei anderen Sätzen eingeschoben als wäre sie fast zu direkt. Sie ist nicht zu direkt. Sie ist genau richtig.
Auf einen Blick: Website-Preise gehen von null bis 50.000 Euro. Diese Spanne ist real und sie macht Sinn wenn man versteht was in den verschiedenen Segmenten wirklich gekauft wird. Kathrin Pyplatz schlüsselt auf was hinter den Zahlen steckt, wann welche Investition sinnvoll ist und was eine zu günstige Website langfristig kostet.
Ich nenne in diesem Artikel Zahlen. Für den DACH-Markt 2026, selbstständige Frauen in Coaching, Beratung und Dienstleistung. Nicht als verbindliche Richtpreise. Als Orientierung.
Was du kaufst wenn du eine Website beaufträgst
Hier liegt das größte Missverständnis. Die meisten denken sie kaufen eine Website. Eine Anzahl von Seiten, gestaltet und technisch umgesetzt.
Was du tatsächlich kaufst wenn du es richtig machst ist ein Geschäftsinstrument. Eine Website die für dich arbeitet während du schläfst. Die Besucherinnen von „wer ist das“ zu „ich will mit ihr arbeiten“ führt. Die Vertrauen aufbaut bevor ein Gespräch stattgefunden hat.
Das ist etwas anderes als eine Anzahl von Seiten. Und es erklärt warum die günstigste Option fast immer die teuerste wird.
Du kaufst keine Seiten. Du kaufst einen Verkäufer der nie schläft.
Die Preisstufen und was dahinter steckt
Unter 1.000 Euro: Template-basierte Lösungen, schnelle Umsetzung, minimaler Strategieprozess. Für einen allerersten Start als bewusstes Provisorium akzeptabel. Als dauerhafte Lösung für ein ernsthaftes Business nicht geeignet. Die Designerin verdient in diesem Preissegment zu wenig um tief einzutauchen.
1.000 bis 3.000 Euro: Hier ist die Qualität am stärksten variierend. Sehr gute Designerinnen am Anfang ihrer Karriere. Aber auch mittelmäßige Arbeit zu überhöhten Preisen. Portfolioprüfung und ein echtes Strategiegespräch sind in dieser Stufe unverzichtbar. Frag nach dem Prozess, nicht nur nach dem Ergebnis.
3.000 bis 8.000 Euro: Professionelle Website-Arbeit mit echtem Strategieprozess, individuellem Design, Conversion-Optimierung und vollständiger technischer Umsetzung. Das ist der Bereich in dem erfahrene Solodesignerinnen und kleine Agenturen arbeiten die wirklich mitdenken. Hier bekommst du ein Instrument das arbeitet.
8.000 Euro und mehr: Umfangreichere Projekte mit vielen Unterseiten, komplexen Funktionen, Shop-Integrationen oder spezifischer Branchen-Expertise. Oder Agenturen mit entsprechenden Overheadkosten.
Wobei — ich sage das auch hier: Preis ist kein verlässlicher Qualitätsindikator. Was zählt ist der Prozess. Frag jede Webdesignerin womit sie anfängt. Wenn die Antwort direkt ins Design geht, kauf woanders.
Was zusätzlich zum Design kostet
Hier werden viele überrascht. Das Design ist nicht die einzige Kostenstelle.
Hosting und Domain: Zwischen 5 und 30 Euro pro Monat je nach Anbieter und Leistung. Das zahlt man jährlich, für immer. Kein großer Betrag, aber ein laufender.
Schriftlizenzen: Wenn du professionelle Schriften verwendest, kosten die. Einmalig oder als Abo. Zwischen 30 und 300 Euro je nach Schrift und Lizenzmodell.
Fotografie: Das wird am häufigsten unterschätzt. Professionelle Fotos die wirklich zu dir passen kosten zwischen 500 und 2.000 Euro für ein Shooting. Stockfotos sind günstiger aber schwächer. Wie Bildsprache die Preiswahrnehmung beeinflusst zeigt warum Fotografie keine Sparstelle ist.
Texte: Wenn du keine Texterin beauftragst und selbst schreibst, kostet das keine Euro aber erheblich Zeit. Wenn du eine Texterin beauftragst, rechne mit 500 bis 3.000 Euro je nach Umfang.
Laufende Wartung: WordPress und andere CMS brauchen Updates. Plugins müssen aktualisiert werden. Sicherheits-Backups müssen laufen. Entweder machst du das selbst oder du bezahlst jemanden. Zwischen 50 und 200 Euro pro Monat für einen Wartungsvertrag.
Was eine zu günstige Website langfristig kostet
Ich sehe das Muster regelmäßig. Eine Frau kauft eine Website für 800 Euro. Nach einem Jahr funktioniert sie technisch, aber sie bringt keine Anfragen. Das Design ist veraltet, die Struktur ist nicht durchdacht, auf dem Handy sieht sie katastrophal aus.
Sie kauft eine neue für 1.500 Euro. Besser, aber immer noch nicht auf dem Niveau ihres Angebots.
Drei Jahre nach der ersten Investition kauft sie die Website die von Anfang an sinnvoll gewesen wäre. Für 5.000 Euro.
Gesamtkosten: 7.300 Euro. Plus die Anfragen die in drei Jahren nicht gekommen sind weil der Auftritt nicht gestimmt hat. Plus die Preise die nicht durchgesetzt wurden. Plus die Energie.
Das ist nicht Pech. Das ist das vorhersehbare Ergebnis eines Kaufs der vom Preis her gedacht wurde statt vom Ziel her. Wie was DIY-Design wirklich kostet zeigt dieselbe Logik im größeren Zusammenhang.
Wann welche Investition sinnvoll ist
Gründungsphase, Business noch im Test-Modus: Provisorium unter 1.000 Euro. Bewusst als temporäre Lösung. Mit dem klaren Plan es zu ersetzen.
Business läuft, Angebot ist klar, Positionierung steht: Investition im Bereich 3.000 bis 8.000 Euro. Das ist die Phase in der eine professionelle Website den größten Return hat weil sie auf einem stabilen Fundament aufbaut.
Business skaliert, mehrere Angebote, Team entsteht: Hier wird die individuelle Bedarfsanalyse wichtiger als jede pauschale Zahl.
Der häufigste Fehler: In der zweiten Phase eine Lösung aus der ersten Phase zu kaufen. Und dann in der dritten Phase alles nochmal von vorne zu beginnen.
FAQ
Was kostet eine professionelle Website für Selbstständige? Für selbstständige Frauen in Coaching und Beratung mit ernsthafter Positionierung liegt professionelle Website-Arbeit mit Strategieprozess und individuellem Design typischerweise zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und gegebenenfalls Fotografie und Texte.
Warum sind manche Websites so viel teurer als andere? Weil du verschiedene Produkte kaufst. Eine günstige Website kauft Umsetzung. Eine teure Website kauft Strategie plus Umsetzung. Der Preisunterschied steckt nicht im Design sondern im Prozess davor: Wie tief wird verstanden was die Website leisten soll, für wen sie gemacht ist und wie sie Besucherinnen zu Anfragen führt.
Was kostet es wenn ich die günstigste Option wähle? Meistens mehr als die teurere Option, nur zeitversetzt. Wer dreimal eine günstige Website kauft zahlt mehr als wer einmal eine professionelle kauft. Dazu kommen die unsichtbaren Kosten: Anfragen die nicht kommen, Preise die nicht durchgesetzt werden, Energie die in Überzeugungsarbeit fließt die ein guter Auftritt übernommen hätte.

