Zuletzt aktualisiert: April 2026
Die meisten Frauen die zu mir kommen haben noch nie eine professionelle Website beauftragt. Sie wissen nicht was sie erwartet. Wie lange es dauert. Was von ihnen kommt. Was passiert wenn etwas nicht stimmt.
Das ist kein Problem. Aber es wird zum Problem wenn es nicht besprochen wird.
Auf einen Blick: Ein Website-Projekt ist kein Bestellvorgang. Es ist ein Prozess der deinen aktiven Input braucht, klare Phasen hat und an bestimmten Stellen von dir Entscheidungen verlangt. Kathrin Pyplatz erklärt wie ein professionelles Website-Projekt abläuft, was in jeder Phase passiert und was du tun musst damit das Ergebnis funktioniert.
Ich beschreibe hier meinen Prozess. Andere Webdesignerinnen arbeiten anders. Aber die Grundstruktur eines ernsthaften Website-Projekts folgt einer Logik: erst verstehen, dann strukturieren, dann gestalten, dann bauen.
Phase 1: Strategie und Zieldefinition
Keine professionelle Website entsteht ohne eine klare Antwort auf die Frage: Was soll diese Website leisten?
Nicht: Wie soll sie aussehen. Was soll sie leisten.
Welche Besucherinnen sollen kommen? Was sollen sie fühlen wenn sie landen? Welcher eine nächste Schritt soll entstehen? Welche Seiten braucht es und welche nicht? Wie fügt sich die Website in das Gesamtbild der Marke ein?
Diese Fragen klingen einfach. Die Antworten sind es oft nicht. Besonders die Frage nach dem einen nächsten Schritt. Viele Frauen wollen alles gleichzeitig: Newsletter-Anmeldung, Erstgespräch, Freebie, Shop, Kurs. Eine Website die alles will erreicht nichts.
In dieser Phase entsteht die Seitenstruktur, die Navigationslogik und ein Wireframe der zeigt wo was steht und warum. Kein Design, keine Farben. Nur Struktur und Logik. Wie eine strategische Website aufgebaut ist zeigt warum diese Phase nicht überspringbar ist.
Phase 2: Texte und Inhalte
Hier liegt der häufigste Flaschenhals in jedem Website-Projekt. Nicht das Design. Nicht die Technik. Die Texte.
Eine Webdesignerin kann keine Texte für dich schreiben die klingen als hättest du sie selbst geschrieben. Sie kann Struktur vorgeben, Fragen stellen, Rohfassungen kommentieren. Aber die Stimme muss von dir kommen.
Ich sage das so direkt weil es Überraschungen verhindert: Wenn du zum Projektstart keine Texte hast und davon ausgehst dass das irgendwie gelöst wird, verzögert sich dein Projekt. Garantiert.
Was du brauchst bevor das Design beginnt: Texte für alle Hauptseiten. Startseite, Über-mich, Angebote, Kontakt. Nicht perfekt. Nicht endgültig. Aber gut genug um damit zu arbeiten. Wie Text und Design zusammen gedacht werden müssen zeigt warum beides gleichzeitig entstehen sollte.
Phase 3: Design und Gestaltung
Wenn Struktur und Texte stehen, beginnt das eigentliche Design. Jetzt entstehen die Seiten visuell. Farben, Typografie, Bildsprache, Layout.
Die erste Design-Präsentation zeigt meistens die Startseite vollständig gestaltet. Nicht alle Seiten. Eine. Weil eine Seite ausreicht um zu sehen ob die Richtung stimmt.
Hier kommt das häufigste Missverständnis: Die erste Präsentation ist kein Ergebnis. Sie ist eine Frage: Geht das in die richtige Richtung?
Wenn ja, werden die anderen Seiten im selben System gestaltet. Wenn nein, wird die Richtung korrigiert. Das ist normal und gehört zum Prozess. Was nicht normal ist: nach der dritten Überarbeitungsrunde eine komplett andere Richtung zu wollen. Das ist kein Design-Problem, das ist ein Klarheitsproblem das vor dem Design hätte gelöst werden sollen.
Phase 4: Entwicklung und Technik
Wenn das Design steht, wird gebaut. Die gestalteten Seiten werden im gewählten CMS, also WordPress, Webflow oder einem anderen System, technisch umgesetzt.
In dieser Phase passiert für dich sichtbar wenig. Der größte Teil der Arbeit ist technisch und unsichtbar. Responsive Design für alle Bildschirmgrößen, Ladezeit-Optimierung, SEO-Grundstruktur, Formulare, Verlinkungen.
Was du in dieser Phase tun kannst: Bilder liefern die noch fehlen. Texte final freigeben. Zugangsdaten für Hosting und Domain bereitstellen wenn sie noch nicht vorhanden sind.
Projekte die in dieser Phase stocken, stocken fast immer wegen fehlender Inhalte oder fehlender Zugangsdaten. Nicht wegen der Technik.
Phase 5: Testing, Freigabe und Launch
Bevor die Website live geht, wird getestet. Alle Links, alle Formulare, alle Seiten auf Desktop und Mobil. Das passiert auf einer Staging-Umgebung, einer Testversion die nur mit einem speziellen Link erreichbar ist.
Du bekommst Zugang zu dieser Testversion und kannst alles durchklicken. Nicht um zu gestalten, sondern um zu prüfen. Stimmen alle Texte? Funktionieren alle Formulare? Sieht alles auf dem Handy so aus wie es soll?
Wenn alles freigegeben ist, geht die Website live. Das ist kein dramatischer Moment. Es ist ein technischer Vorgang der ein paar Minuten dauert.
Was danach kommt ist wichtig und wird oft vergessen: Einreichung in der Google Search Console, Einrichtung von Analytics, und eine Einweisung in das CMS damit du deine Website selbst pflegen kannst. Eine Übergabe ohne diese drei Punkte ist unvollständig. Wie warum deine Website zur Zentrale deines Business werden muss zeigt was danach mit ihr passieren soll.
Was du als Kundin zum Projekterfolg beiträgst
Ein Website-Projekt ist keine Dienstleistung die du in Auftrag gibst und abwartest. Es ist eine Zusammenarbeit.
Dein wichtigster Beitrag: erreichbar sein und Entscheidungen treffen wenn sie gefragt sind. Feedback geben das konkret ist. Nicht „ich weiß nicht ob ich das mag“ sondern „dieser Abschnitt klingt nicht nach mir“ oder „die Farbe hier wirkt zu schwer“.
Und Texte. Rechtzeitig. Das kann ich nicht oft genug sagen.
FAQ
Wie lange dauert ein Website-Projekt? Zwischen vier und zehn Wochen je nach Umfang. Einfache Websites mit wenigen Seiten können in vier Wochen abgeschlossen sein. Umfangreichere Projekte mit vielen Unterseiten, Shopfunktion oder komplexen Integrationen dauern länger. Was Projekte verzögert sind fast immer fehlende Texte oder verzögertes Feedback, nicht die Designarbeit selbst.
Was muss ich für ein Website-Projekt vorbereiten? Texte für alle Hauptseiten, Bilder und Fotos die du verwenden willst, Zugangsdaten für Hosting und Domain, und eine klare Vorstellung was die Website leisten soll. Nicht perfekt, aber durchdacht. Je klarer deine Vorarbeit, desto reibungsloser der Prozess.
Was passiert nach dem Launch? Die Website sollte in der Google Search Console eingereicht werden damit Google sie indexiert. Analytics sollte eingerichtet sein damit du weißt wer deine Website besucht. Und du solltest eine Einweisung bekommen wie du Texte und Bilder selbst aktualisieren kannst. Eine Übergabe ohne diese drei Punkte ist unvollständig.

