Website selber machen oder machen lassen?

von Kathrin Pyplatz | Apr. 11, 2026 | Website & online Auftritt

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Zuletzt aktualisiert: April 2026

Übersicht

Wix hat über 250 Millionen Nutzer. Squarespace wirbt mit „Build it yourself". WordPress bietet 30.000 kostenlose Templates. Und YouTube zeigt dir in 45 Minuten, wie du eine komplette Website zusammenklickst.

Die Werkzeuge sind da. Die Frage ist, ob du sie benutzen solltest.

Ich arbeite seit über 20 Jahren als Brand und Web Designerin. Ich werde dir nicht sagen: Du musst eine Designerin beauftragen. Es gibt Situationen, in denen eine selbst gebaute Website die richtige Entscheidung ist. Aber ich sage dir, wann das der Fall ist und wann du dir damit langfristig schadest.

Wann Selber-Machen funktioniert

Wenn du gerade startest und noch nicht weißt, ob dein Angebot in dieser Form bestehen bleibt. Wenn du erst mal testen willst, ob es überhaupt einen Markt gibt. Wenn dein Budget bei null liegt und du zwischen „keine Website" und „selbst gebaute Website" wählst.

In diesen Fällen ist eine selbst gebaute Website besser als gar keine. Ein Squarespace-Template mit deinen Texten und einem halbwegs sauberen Foto ist ein Anfang. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Der Schlüssel: Du musst wissen, dass es ein Anfang ist. Kein Dauerzustand. Das Provisorium wird zum Problem, wenn es zwei Jahre steht und du inzwischen Premium-Preise verlangst, während dein Auftritt nach Hobby aussieht.

Wann Selber-Machen aufhört zu funktionieren

Es gibt einen Punkt, an dem die selbst gebaute Website anfängt, dich Geld zu kosten. Die meisten Selbstständigen erkennen diesen Punkt nicht, weil er schleichend kommt.

Du schickst Interessentinnen nicht gerne auf deine Website. Das ist das klarste Signal. Wenn du in einem Gespräch lieber dein Instagram-Profil nennst als deine URL, stimmt etwas mit deinem Auftritt nicht.

Du verlierst Aufträge, die du fachlich mühelos gewinnen könntest. Eine Interessentin schaut sich deine Seite an, meldet sich nicht zurück. Nicht weil du schlecht bist. Sondern weil dein Auftritt Zweifel weckt, die du im Gespräch nie erzeugen würdest.

Du verbringst Wochenenden mit deiner Website statt mit deinem Business. Plug-in-Updates. Formatierungsprobleme. Mobile-Ansicht, die nicht stimmt. Template-Einschränkungen, die dich ausbremsen. Jede Stunde, die du an deiner Website bastelst, ist eine Stunde, die du nicht mit Kundenarbeit oder Akquise verbringst.

Dein Auftritt sieht aus wie der von allen anderen. Wenn du ein beliebtes Template verwendest, sehen 10.000 andere Websites genauso aus. Die Besucherin merkt das nicht bewusst. Aber sie spürt es: Hier ist nichts Besonderes.

Was du selbst nicht siehst

Das eigentliche Problem beim Selber-Machen ist nicht die Technik. Die ist lernbar. Das Problem ist der blinde Fleck.

Du siehst deine eigene Website nicht so, wie deine Besucherin sie sieht. Du siehst die Stunden, die du in den Header investiert hast. Sie sieht ein Stockbild. Du siehst den Text, an dem du drei Tage geschliffen hast. Sie entscheidet in 0,05 Sekunden, ob die Seite glaubwürdig wirkt.

46 Prozent der Website-Besucher beurteilen die Glaubwürdigkeit einer Seite primär anhand des Designs. Das zeigt eine Studie der Stanford University. Nicht anhand des Inhalts. Anhand der Optik.

Du kannst als Laie kein Design erstellen, das Professionalität auf diesem Niveau kommuniziert. Nicht weil du dumm bist. Sondern weil Design ein Handwerk ist, das man in 20 Jahren lernt, nicht in einem YouTube-Tutorial.

Genau wie du von deinen Kundinnen nicht erwartest, dass sie sich selbst coachen, beraten oder therapieren, solltest du von dir nicht erwarten, dass du dein eigenes Brand Design machst.

Die ehrliche Kostenrechnung

„Ich spare mir die 3.000 Euro für eine Designerin." Das ist die häufigste Begründung. Aber stimmt die Rechnung?

Lass uns konservativ rechnen. Du verbringst 40 Stunden mit deiner DIY-Website. Template auswählen, anpassen, Texte schreiben, Bilder suchen, mobile Ansicht fixen, Plug-ins installieren. 40 Stunden sind realistisch, meistens sind es mehr.

Wenn dein Stundensatz bei 100 Euro liegt, hast du gerade 4.000 Euro in deine Website gesteckt. In Form deiner Arbeitszeit. Nur ohne das Ergebnis, das eine Designerin geliefert hätte.

Dazu kommt: Die DIY-Website konvertiert schlechter. Nehmen wir an, du verlierst dadurch eine Kundin pro Monat, die bei einem professionellen Auftritt gebucht hätte. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 2.000 Euro sind das 24.000 Euro im Jahr. An entgangenem Umsatz. Den du nicht siehst, weil du nicht weißt, wer auf deiner Website war und wieder gegangen ist.

Die 3.000 bis 5.000 Euro für eine professionelle Website sind keine Ausgabe. Sie sind eine Investition, die sich innerhalb weniger Monate rechnet.

Was eine Designerin liefert, was du selbst nicht liefern kannst

Strategie. Bevor ein Pixel gesetzt wird, klären wir, was dein Auftritt leisten muss. Wer deine Wunschkundin ist. Was sie braucht, um dir zu vertrauen. Wie der Weg von der Startseite zum Erstgespräch aussehen muss. Diese Denkarbeit fehlt bei jeder DIY-Website.

Individuelle Gestaltung. Kein Template, das 10.000 andere nutzen. Ein Auftritt, der nach dir aussieht. Mit Farben, Schriften und Bildsprache, die deine Marke transportieren, nicht ein Trend des Jahres.

Professionelle Umsetzung. Sauberer Code. Schnelle Ladezeiten. Mobile-Optimierung. Suchmaschinenoptimierung. Barrierefreiheit. Dinge, die du als Laie entweder nicht siehst oder nicht umsetzen kannst.

Den Blick von außen. Eine Designerin sieht, was du nicht siehst. Wo die Besucherin hängen bleibt. Wo sie abspringt. Wo Vertrauen entsteht und wo es verloren geht. Das ist der Unterschied, den 20 Jahre Erfahrung machen.

Die Entscheidungshilfe

Mach es selbst, wenn du gerade erst gründest, noch keinen klaren Fokus hast und unter 500 Euro Budget für deinen Online-Auftritt zur Verfügung stehen. Nutze die günstigste Option als Testballon, nicht als Dauerlösung.

Lass es machen, wenn du bereits weißt, was du anbietest und wen du ansprichst. Wenn du Premium-Preise verlangst oder verlangen willst. Wenn du Kundinnen über deine Website gewinnen willst, statt sie trotz deiner Website zu gewinnen.

Der Zeitpunkt für eine professionelle Website ist nicht „irgendwann". Er ist: sobald du es dir nicht mehr leisten kannst, Interessentinnen mit einem Provisorium zu begrüßen.

Du bist an dem Punkt angekommen?

Im Erstgespräch klären wir, was du brauchst und ob wir zusammenpassen.

→ Erstgespräch buchen: kathrinpyplatz.de/kontakt/


FAQ

Kann ich meine DIY-Website behalten und nur das Design überarbeiten lassen? Das hängt von der Basis ab. Wenn du WordPress nutzt, kann ich in den meisten Fällen darauf aufbauen. Bei Wix oder Jimdo ist das technisch nicht möglich. Im Erstgespräch schauen wir uns an, was du hast und was davon nutzbar ist.

Ich habe Angst, dass eine Designerin meine Vision nicht versteht. Genau deshalb gibt es die Strategiephase. Bevor das Design beginnt, klären wir gemeinsam, was dein Auftritt kommunizieren muss. Du bist in den gesamten Prozess eingebunden. Es wird nichts gestaltet, das du nicht freigibst.

Ab welchem Umsatz lohnt sich eine professionelle Website? Es gibt keine magische Zahl. Aber wenn du regelmäßig Kundinnen gewinnst und einen Stundensatz oder Paketpreis von über 100 Euro verlangst, ist eine professionelle Website eine Investition, die sich schnell rechnet. Die StoryPage ab 1.900 Euro hat sich bei einem einzigen zusätzlichen Auftrag amortisiert.