Zuletzt aktualisiert: April 2026
Eine Website zu bauen ist technisch kein Problem mehr. Wix, Squarespace, WordPress mit einem Page Builder — die Werkzeuge sind für jeden zugänglich. Und genau deshalb nennt sich heute jede zweite Person die einen Page Builder bedienen kann Webdesignerin.
Das Ergebnis: Ein Markt der unübersichtlicher ist als je zuvor. Und Frauen die nach einem Projekt feststellen, dass ihre Website zwar fertig ist, aber nicht funktioniert.
Auf einen Blick: Eine Webdesignerin zu finden die wirklich strategisch denkt ist schwerer als es aussieht. Der Unterschied zwischen jemandem die eine Website baut und jemandem die eine Website denkt ist fundamental. Kathrin Pyplatz zeigt worauf es ankommt, welche Fragen du stellen musst und warum die günstigste Option fast immer die teuerste wird.
Ich sage das nicht aus der Vogelperspektive. Ich baue Websites. Ich sehe was schiefläuft wenn Frauen mit einer fertigen Website zu mir kommen die nichts tut. Die gut aussieht, technisch funktioniert, und trotzdem keine Anfragen bringt.
Der Unterschied zwischen bauen und denken
Es gibt zwei Arten von Webdesignerinnen auf dem Markt.
Die erste Art baut. Sie nimmt deine Texte, deine Bilder, deine Wünsche und setzt sie um. Sie arbeitet handwerklich, technisch, sauber. Das Ergebnis ist eine Website die das zeigt was du ihr gegeben hast.
Die zweite Art denkt. Bevor sie eine Seite aufbaut, fragt sie: Was soll diese Seite leisten? Für wen? Was soll eine Besucherin fühlen wenn sie hier landet? Welcher nächste Schritt soll entstehen? Dann baut sie.
Der Unterschied im Ergebnis ist fundamental. Die erste Variante produziert eine Website. Die zweite produziert ein Geschäftsinstrument.
Eine Website die nur aussieht ist Dekoration. Eine Website die denkt ist Verkäuferin.
Das Handwerk ist notwendig. Aber Handwerk ohne Strategie produziert schöne Websites die nichts tun. Wie eine strategische Website aufgebaut ist zeigt was damit gemeint ist.
Die CMS-Frage und warum sie wichtig ist
Jede Webdesignerin arbeitet mit bestimmten Systemen. WordPress, Webflow, Squarespace, manchmal Wix. Das ist keine neutrale Entscheidung.
Das Problem: Manche Webdesignerinnen empfehlen das System das sie am besten kennen, nicht das System das am besten zu dir passt. Das ist menschlich verständlich. Aber für dich bedeutet es möglicherweise, dass du nach dem Projekt an ein System gebunden bist das nicht optimal für dein Business ist.
Frag direkt: Mit welchen Systemen arbeitest du? Warum empfiehlst du mir dieses System für mein spezifisches Business? Was kann ich danach selbst pflegen und was nicht?
Eine Webdesignerin die dir ehrlich sagt „Für dich wäre eigentlich Webflow besser, aber das kann ich nicht“, ist vertrauenswürdiger als eine die dir ihr Lieblingssystem verkauft ohne die Alternative zu nennen. Wie WordPress, Squarespace und Webflow sich wirklich unterscheiden zeigt die Entscheidungsgrundlage.
Was Preisunterschiede im Webdesign bedeuten
500 Euro. 5.000 Euro. 20.000 Euro. Die Spanne ist enorm. Wie ordnet man das ein?
Im günstigsten Segment bekommst du Umsetzung. Deine Inhalte werden in ein Template gebaut. Schnell, sauber, fertig. Für eine erste Online-Präsenz kann das ausreichen.
Im mittleren Segment bekommst du Prozess. Gespräche über Ziele, Zielgruppe, Struktur. Überarbeitungsrunden. Jemand der mitdenkt statt nur umsetzt.
Im höheren Segment bekommst du Strategie plus Umsetzung. Die Website wird von Grund auf für ein spezifisches Ziel gebaut. Conversion-Optimierung, SEO-Grundlage, Benutzerführung, mobile Erfahrung. Nicht als Add-on sondern als Ausgangspunkt.
Wobei ich hier ehrlich sein muss: Preis ist kein verlässlicher Qualitätsindikator. Ich kenne Webdesignerinnen die 8.000 Euro verlangen und Templates umbauen. Und ich kenne welche die für 3.000 Euro strategisch ausgezeichnete Arbeit leisten. Was du kaufst ist nicht der Preis. Es ist der Prozess der dahinter steht.
Die fünf Fragen die du im Erstgespräch stellen solltest
- Was passiert bevor du anfängst zu bauen? Wenn die Antwort direkt ins Design geht, ist das ein Signal. Wenn die Antwort Fragen zu Zielen, Zielgruppe und gewünschten Aktionen enthält, ist das vielversprechend.
- Wie stellst du sicher dass die Website gefunden wird? SEO ist keine Spezialleistung die extra kostet. Grundlegende SEO-Struktur gehört in jede professionelle Website. Wenn jemand das Thema wegwischt, frag nach.
- Was kann ich nach dem Projekt selbst ändern? Du wirst Texte aktualisieren, Bilder tauschen, neue Seiten anlegen wollen. Wenn du dafür jedes Mal die Designerin brauchst, ist das ein Problem.
- Zeig mir eine Website die du gebaut hast und erkläre mir warum du bestimmte Strukturentscheidungen getroffen hast. Diese Frage trennt Handwerk von strategischem Denken. Wer nicht erklären kann warum, hat nicht strategisch gedacht.
- Was lieferst du am Ende und was nicht? Dateien, Zugänge, Einweisungen, laufender Support. Klär das vorher. Nicht danach.
Woran du merkst dass es die Falsche ist
Eine Webdesignerin die sofort über Templates und Plugins spricht bevor sie dein Business verstanden hat, denkt technisch statt strategisch.
Eine Webdesignerin die auf deine Frage nach Zielen antwortet „Das bestimmst du, ich setze um“, gibt die strategische Verantwortung ab. Das klingt nach Kundenorientierung. Es ist Bequemlichkeit.
Und ein Warnsignal das viele ignorieren: Wenn die Designerin keine Fragen zu deiner Zielgruppe stellt, wie soll sie dann eine Website bauen die diese Zielgruppe anspricht?
Eine Website ist kein Kunstprojekt. Sie ist ein Werkzeug das für eine bestimmte Person mit einem bestimmten Problem gebaut wird. Wer diese Person nicht kennt, baut ins Leere.
Das gilt für mich genauso. Ich fange kein Website-Projekt an ohne zu verstehen für wen die Website gemacht wird, was sie leisten soll und wie sie in das Gesamtbild der Marke passt. Nicht weil das in meinem Prozess steht. Sondern weil ohne dieses Verständnis jede Designentscheidung ein Zufallstreffer ist. Wie Text und Design zusammen gedacht werden müssen zeigt warum dieser Zusammenhang entscheidend ist.
FAQ
Worauf sollte ich bei einer Webdesignerin achten? Auf den Denkprozess vor dem Bauprozess. Die entscheidende Frage ist was passiert bevor die Designerin anfängt zu bauen. Wer direkt ins Design geht, arbeitet handwerklich. Wer zuerst Fragen zu Zielen, Zielgruppe und gewünschten Aktionen stellt, arbeitet strategisch. Das Ergebnis ist fundamental verschieden.
Was kostet eine professionelle Website? Die Spanne reicht von einigen hundert bis zu mehreren zehntausend Euro. Im günstigeren Segment bekommst du Umsetzung ohne Strategie. Im höheren Segment bekommst du Strategie und Umsetzung zusammen. Preis allein ist kein Qualitätsmerkmal. Was zählt ist der Prozess dahinter und ob jemand strategisch mitdenkt oder nur umsetzt.
Was ist der Unterschied zwischen einer Webdesignerin und einer Brand und Webdesignerin? Eine reine Webdesignerin baut die Website. Eine Brand und Webdesignerin stellt sicher dass Website und Marke zusammenpassen, dass der Auftritt konsistent ist und dass die Website nicht nur technisch funktioniert sondern auch die Marke kommuniziert. Wer beides braucht, sollte jemanden suchen der beides denkt.

